Exilkonsulat in Genf

In Genf befinden sich viele ausländische Missionen, auch die von Afghanistan. Sie wirkt zugleich als Botschaft in der Schweiz. Nur erkennen die dortigen Diplomaten die Taliban nicht. Begründung, die Taliban vertritt nur die Paschtunen, Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat und das Land wurde einfach gekrallt.

Wir hatten über Tourismus gesprochen, wegen der Gefahren von Entführung ist von Reisen strengstens abzuraten. Es gibt fünf grössere Städte, dort gibt es Hotels und Restaurants, die annehmbar sind.

Bei unserem Besuch haben wir vorgeschlagen, die touristischen Inhalte zu verbessern. Beispielsweise mit einem Verzeichnis zu Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten.

Die touristische Webseite zu Afghanistan soll ein Mosaik der Hoffnung für Frieden und Stabilität im Land. Wir hoffen, dass sich alle Afghanen dafür einsetzen, auch die Taliban.

Westen aus afghanischer Sicht

Der Artikel in der Republik zeigt auf, wie Afghanen den Westen und die Zukunft unter der Taliban sehen. Afghanistan ist nicht mehr das gleiche Land, wie vor 20 Jahren und so glorreich, wie dargestellt ist für viele Afghanen die Zeit unter der Besatzung nicht gewesen.

Aus den Westen kommen viele fortschrittliche Gedanken, wie die Menschenrechte oder individuelle Freiheiten. Die Gesellschaft funktioniert in Afghanistan anders. Der Artikel in der Republik strahlt dennoch Optimismus für die Zukunft aus.

Afghanische Perspektive vom Westen

Pakistan und die Taliban

Pakistan und Afghanistan sind eng verwoben. Als Afghanistan durch die Sowjetunion besetzt wurde, konnte der Widerstand von Pakistan aus organisiert werden. Pakistan wurde von den USA stark unterstützt. Dort sind auch die Taliban entstanden.

Die Taliban sind verantwortlich für viele Gräueltaten im Namen der Religion. Nachdem eine Schule überfallen worden ist, hat das pakistanische Militär brutal zurückgeschlagen und die Taliban in Pakistan geschwächt.

Dennoch jetzt, wo die Taliban in Afghanistan an der Macht ist, muss Pakistan helfen eine menschliche Regierung zu etablieren. Pakistan ist für die übrige Welt ein wichtiger Brückenkopf. Ein Artikel in der Republik zeigt sehr gut die Zusammenhänge auf.

Ohne Pakistan wäre ein Sieg der Taliban nie möglich

Und morgen bist du tot

Der Film von Michael Steiner wird am Zürcher Film Festival als Galapremiere aufgeführt. Das ist meine Motivation für diese Webseite. Zwei Schweizer wurden in Pakistan von den Taliban entführt. Ich suche das Gespräch mit der pakistanischen Botschaft in Bern. Hier geht’s zum Beitrag

Da ist mir die Idee gekommen, Afghanistan einzubeziehen. Vor wenigen Tagen sind die Taliban an die Macht zurückgekehrt. Macht bedeutet Verantwortung. Jedes Volk will in Frieden leben. Keine Religion steht für Gewalt. Jeder Religionsstifter hatte die Vision vom friedlichen Zusammenleben. 

Jetzt bin ich gespannt, wie sich die Sache entwickelt. Die Galapremiere, wozu sich der Schweizer Bundespräsident angekündigt hat, kann viel zur Humanität und Frieden beitragen. 

Alles so toll in Afghanistan

Ich kann mich gut erinnern, vor vielleicht 12 Jahren hatten Mitglieder der aussenpolitischen Kommission des Schweizer Nationalrats über Afghanistan informiert. Sie sind stolz gewesen auf die Fortschritte, welche der Militäreinsatz bringen. Die dunklen Zeiten der Taliban sind vorbei, die Menschen können sich entfalten.

Im Blick ist nur Kabul gewesen und die Politiker sind sehr überzeugt davon gewesen, den Afghanen ein besseres Leben zu bieten. Jetzt hat es sich vieles in Schall und Rauch aufgelöst. Die grossen Flüchtlingsströme aus Afghanistan sind ein deutliches Zeichen, dass die Jugend nicht an die Zukunft glaubt.

Es ist nun Aufgabe der Politiker mit Afghanistan eine Lösung, dass es den Menschen unter einer Regierung besser geht, auch wenn wir diese Regierung nicht goutieren. China ist da pragmatischer, die Verantwortlichen wagen Verhandlungen zur wirtschaftlichen Entwicklung. Was Russland macht, wird sich zeigen. Wie Amerika wohl eine Zukunft ohne Gewalt schaffen kann?

Militärische Lösungen sinnvoll?

Afghanistan ist vom Krieg geschunden, zuerst die Russen später die Amerikaner, alle wollten das Land besser machen. Jedoch aus ihren Blickwinkel und am Ende sind Sie Invasoren gewesen, die das Land regieren wollten.

Die eingesetzten Regierungen waren Marionetten, hätten Sie Rückhalt gehabt, so hätte das Volk dafür gekämpft. Die Taliban hat die Macht in Afghanistan erobert. Sie sind rücksichtslos vorgegangen und haben einen Staat nach “Idealen” des Islam gebildet. 

Mit 9/11 ist Afghanistan ist als Rückzugsort von Osama bin Laden angegriffen worden und die Taliban ist lieber in Afghanistan untergetaucht und hat immer wieder Guerilla Angriffe gewagt. Sie wussten jedoch, dass die Missionen nur schwer zu schlagen sind.

Jetzt ist die Taliban an der Macht. Der ganze militärische Einsatz ein Fiasko. Die Bevölkerung von Afghanistan hat stark zugenommen. Wir sollten einsehen, das militärische Einsätze nichts bringen. Mit Blut kann kein Blut gewaschen werden. 

Das Geld ist viel besser angelegt in Investitionen für den Frieden. Die Nato geht in eine andere Richtung, 2% des Bruttoinlandsprodukts sollen in das Militärbudget fliessen. Wir kämpfen seit Jahren für 0,7% für Entwicklungshilfe. Ich hoffe, dass der Frieden am Ende siegt. 

Aufbauend ist für mich der Besuch vom Präsidenten der Internationalen Roten Kreuzes, Peter Maurer gewesen. Es ist eine grossartige diplomatische Leistung das Gespräch mit den Taliban rasch zu suchen.

Frauen in Afghanistan

Vor über zwanzig Jahren, als das Internet noch jung gewesen, habe ich via E-Mail eine Nachricht verteilt und damit einen SPAM ausgelöst. Es ging da um eine Frau, die sich wegen der fehlenden Perspektive beklagt und sich wie eine Sklavin fühlte. Der Mitarbeiter eines IT-Konzerns hat mich gebeten, eben vorsichtig mit solchen Nachrichten zu sein. 

Die Taliban sind damals an der Macht gewesen und ich wollte der jungen Frau helfen, doch wie? Wie kann Einfluss auf eine Kultur genommen, die Frauen benachteiligt. Es braucht alles seine Zeit.

Ich habe den Iran bereist. Dort habe ich viele Studentinnen getroffen. Das kann heute in Afghanistan möglich sein. Frauen können sehr gute Ärzte sein, gute Rechtsanwältinnen, Lehrerinnen sind wichtig, es braucht alle in einer Gesellschaft, um voranzukommen. Genauso braucht es Verständnis, wenn bei Frauen die Familie im Zentrum ist. 

Den Touristinnen werden in der Regel wenig Kleidungsvorschriften gemacht. Begegnungen zu verhindern, hat nie geklappt, genauso wenig, wie Ideen. Doch erinnern wir uns, bis vor 50 Jahren durften in der Schweiz die Frauen nicht wählen.